|
Im Oktober 1964 äußerte der Schirmherr und hochherzige Gönner des württembergisch- hohenzollerischen Landesverbandes, SKH Herzog Philipp von Württemberg, die Absicht, dem Verband ein Feldzeichen zu stiften. Es sollte ein Symbol geschaffen werden, das für alle Wehren gleichermaßen geeignet sein sollte, also auch für die berittenen Garden. Landeskommandant und Beiräte kamen überein, Peter Wacker mit der Gestaltung einer Seite des Feldzeichens zu beauftragen; die andere Seite behielt sich der Stifter vor.Der Grundgedanke war, daß das zu schaffende Feldzeichen bei jedem Landestreffen von der veranstaltenden Wehr im Festzug mitgeführt werden und dann für ein Jahr in deren Obhut verbleiben sollte. In einem später festgelegten Zeremoniell wurde die Übergabe von dem "alten" an den "neuen Bewahrer" beim Landestreffen vor der Aufführung des Großen Zapfenstreiches vorgenommen,Das Feldzeichen wurde in vergrößerter Standartenform und damit tragbar für berittene und unberittene Garden und Wehren mit den Maßen 800 x 800 mm gestaltet.
Die Rückseite des Feldzeichens - das ist die Paradeseite der aufrecht getragenen, von links kommenden Standarte - entspricht im Aussehen völlig der Standarte der Stadtgarde zu Pferd Tübingen, die 1952 als Stiftung Herzog Philipps von Württemberg vom Stifter persönlich übergeben wurde.
Auf rotem Grund steht das königliche Wappen. Es zeigt im Mittelschild für Württemberg in Gold drei schwarze, gegen die linke Seite gekehrte Hirschstangen, darüber die Königskrone. Im gevierteten Hauptschild sieht man für die ehemals österreichischen Landvogteien in Oberschwaben in Gold drei schwarze Löwen übereinander, für Teck schwarze und goldene Wecken, für Markgröningen in blau die Reichssturmfahne in Gold mit schwarzem Reichsadler, für Mömpelgard in rot zwei voneinander abgekehrte goldene Barben.
Über dem Wappen die württembergische Königskrone, Schildhalter rechts ein schwarzer Löwe, links ein aufgerichteter goldener Hirsch. (Die Seitenangaben sind vom Wappen, nicht vom Betrachter aus gesehen.) Die Schildhalter stehen auf dem karmesinroten, schwarz gerandeten Band des Ordens der Württembergischen Krone mit dem in altgotischer Schrift von rechts nach links laufenden Wahlspruch "Furchtlos untrew", unterlegt mit einer goldenen Zierranke. Über dem Wappen zeigt goldene Stickerei den alten württembergischen Wahlspruch "Hie gut Württemberg Allweg", unter dem Wappen in Gold gestickt "Gestiftet von Herzog Philipp 1965".

Die Vorderseite des Feldzeichens besteht aus leicht gelblich getönter Seide, darauf unter der goldgestickten Inschrift "Bürgerwehren in Württemberg und Hohenzollern" das neu gestaltete Symbol für den Landesverband. Ein Lorbeer- und Eichenlaubkranz umschließt das Mittelfeld, die Zweige sind unten umwunden mit dem Band des württembergischen Militär-Verdienstordens (gelb mit schwarzen Bordstreifen), darauf in Gold gestickt "Gott - Heimat - Vaterland". Unter bewußtem Verzicht auf die beiden Länderwappen des Verbandes wurde auf das alte Wappen des "Schwäbischen Reichskreises" zurückgegriffen, wie dieses vom späten 17. bis Ende des 18. Jahrhunderts auf allen Feldzeichen der Kreistruppen dargestellt wurde
Der Schwäbische Kreis umfaßte ungefähr das Gebiet des heutigen Bundeslandes Baden-Württemberg einschließlich zum Beispiel der Propstei Ellwangen sowie zahlreicher Abteien, Standesgebiete und Reichsstädte. So steht dieses Wappen - oberer Schildteil schwarz mit weißem Kreuz, darunter in Gold die drei schwarzen, rotgezungten Stauferlöwen - symbolisch für das gesamte Gebiet des Landesverbandes. Ein schwarzer, unbekrönter und unbewehrter Löwe mit roter Zunge hält den Schild. Er verkörpert Treue, Wachsamkeit und Standhaftigkeit. Dies stellvertretend für eine menschliche Figur, deren Darstellung infolge der Vielfalt der im Verband getragenen Uniformen unmöglich erschien. Löwe und Schild stehen vor einer roten Ziegelmauer, Sinnbild für die wehrhafte Gemeinde.
Den Hintergrund bildet ein silberner Himmel; damit sind die Wappenfarben für Württemberg (rot-schwarz) und Hohenzollern (schwarz-silber) berücksichtigt.Das königliche Haus und der Landesbeirat erklärten sich mit dem Entwurf einverstanden. Der großzügige Stifter erteilte der Kunststickerei und Fahnenfabrik Carl Neff in Biberach den Auftrag, der in hoher Qualität termingerecht zum Landestreffen in Weingarten am 10./1 1. Juli 1965 ausgeführt wurde. Das Verbands- feldzeichen konnte, zusammen mit der erneuerten Standarte der Stadtgarde zu Pferd Weingarten, im Rahmen des Feldgottesdienstes von Pater Basilius Nägele feierlich geweiht werden. In Vertretung seines Vaters hat damals SKH Carl Herzog von Württemberg das Verbandsfeldzeichen übergeben. Wir haben es 1998, 33 Jahre später, unserem großzügigen Schirmherren zu danken, daß die dringend reparatur- und restaurationsbedürftige Standarte sehr kostenaufwendig von der seinerzeitigen Herstellerfirma wieder in den alten Glanz zurückversetzt werden konnte.

Zurück zum Anfang
|